Wer ein reines Elektroauto fährt, kann sich auch 2026 einen finanziellen Vorteil sichern. Dafür sind weder komplizierte Berechnungen noch Belege über die tatsächlich geladenen Strommengen erforderlich. Entscheidend ist, dass Sie die Voraussetzungen kennen, einen passenden Anbieter auswählen und die geltende Frist im Blick behalten.
Die Abkürzung THG steht für Treibhausgas. Unternehmen, die fossile Kraftstoffe in Verkehr bringen, müssen deren Treibhausgasemissionen schrittweise reduzieren. Strom für Elektrofahrzeuge kann dabei auf die gesetzliche THG-Quote angerechnet werden.
Als Halter eines reinen Elektroautos können Sie eine pauschal ermittelte Strommenge und die daraus resultierende THG-Minderung über einen Dienstleister vermarkten. Der Anbieter bündelt die Ansprüche zahlreicher Fahrzeughalter und verkauft die vom Umweltbundesamt bescheinigten Strommengen an quotenverpflichtete Unternehmen. Einen Teil des Erlöses erhalten Sie anschließend als THG-Prämie. Das Umweltbundesamt prüft und bescheinigt die anrechenbaren Strommengen, zahlt die Prämie jedoch nicht selbst aus.
Die THG-Prämie für E-Autos gilt grundsätzlich für reine Batterieelektrofahrzeuge, die im jeweiligen Kalenderjahr zugelassen sind. Entscheidend ist, welche Person in der Zulassungsbescheinigung Teil I als Fahrzeughalter eingetragen ist.
Auch bei einem Leasingfahrzeug oder Auto-Abo kann eine Beantragung möglich sein, wenn Sie offiziell als Halter geführt werden. Plug-in-Hybride sind dagegen ausgeschlossen, weil sie zusätzlich über einen Verbrennungsmotor verfügen. Für jedes berechtigte Fahrzeug lässt sich die THG-Quote einmal pro Kalenderjahr vermarkten.
Für die Anmeldung brauchen Sie in der Regel nur wenige Angaben und Dokumente. Das wichtigste Dokument ist eine gut lesbare Kopie oder ein Foto der Zulassungsbescheinigung Teil I. Darauf müssen unter anderem die Halterdaten, das Datum der Erstzulassung und der aktuellen Zulassung, die Fahrzeugidentifikationsnummer sowie die Fahrzeugklasse erkennbar sein.
Zusätzlich fragt der Dienstleister meist Ihre Kontaktdaten und eine Bankverbindung für die spätere Auszahlung ab. Persönliche Daten sollten Sie ausschließlich über eine geschützte Verbindung übermitteln. Prüfen Sie außerdem, ob der Anbieter transparent erklärt, wie lange Ihre Daten gespeichert und wofür sie verwendet werden.
Die Beantragung erfolgt meist vollständig online und lässt sich in wenigen Schritten abschließen:
Der Dienstleister reicht die gebündelten Fahrzeugdaten beim Umweltbundesamt ein. Nach erfolgreicher Prüfung erhält er eine Bescheinigung über die anrechenbare Strommenge. Anschließend kann er die Quote vermarkten und Ihnen die vereinbarte THG-Prämie auszahlen lassen.
Die Höhe der THG-Prämie ist nicht gesetzlich festgelegt. Sie entwickelt sich abhängig von Angebot und Nachfrage auf dem Quotenmarkt. Deshalb kann sich der mögliche Betrag während eines Jahres verändern. Auch die Gebühren und Geschäftsmodelle der Vermittler beeinflussen, wie viel am Ende auf Ihrem Konto ankommt.
Bei einem Vergleich sollten Sie nicht nur auf die höchste beworbene Summe achten. Einige Anbieter zahlen eine feste Garantieprämie, andere bieten ein variables Modell mit möglichen Bonuszahlungen an. Prüfen Sie außerdem die erwartete Bearbeitungszeit, mögliche Gebühren, Vertragsbindungen und Regelungen zur automatischen Verlängerung. Ein garantierter Betrag kann planbarer sein als eine höhere, aber unverbindliche Prognose.
Neben der möglichen THG-Prämie lohnt sich auch ein Blick auf die laufenden Kosten der Elektromobilität. Besonders beim öffentlichen Laden können Tarif, Ladeleistung und Zahlungsart den Preis beeinflussen.
Unvollständige oder unscharfe Dokumente können die Bearbeitung verzögern. Kontrollieren Sie daher vor dem Hochladen, ob alle Angaben auf dem Fahrzeugschein klar lesbar sind. Auch abweichende Namen oder ein falsches Kennzeichen führen möglicherweise zu Rückfragen.
Melden Sie dasselbe Fahrzeug zudem nicht bei mehreren Vermittlern an. Die THG-Quote für Elektroautos kann pro Kalenderjahr nur einmal berücksichtigt werden. Lesen Sie vor dem Abschluss auch das Kleingedruckte: Manche Verträge verlängern sich automatisch und übertragen dem Anbieter die Vermarktungsrechte für mehrere Jahre. Wer flexibel bleiben möchte, sollte eine solche Bindung vermeiden.
Die pauschale Strommenge für ein reines Elektrofahrzeug muss spätestens bis zum 15. November 2026 beim Umweltbundesamt gemeldet werden. Dieser Termin richtet sich jedoch an die Antragsteller, bei denen es sich häufig um die beauftragten Dienstleister handelt. Sie benötigen ausreichend Zeit, um Fahrzeugdaten zu sammeln, zu prüfen und gebündelt einzureichen. Deshalb legen viele Anbieter eine deutlich frühere interne Frist fest.
Wer wissen möchte, bis wann die THG-Prämie zu beantragen ist, sollte sich daher direkt an den Vorgaben des gewählten Vermittlers orientieren. Eine frühzeitige Anmeldung reduziert das Risiko, den Annahmeschluss zu verpassen.
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