Beim Laden eines Elektroautos begegnen Ihnen häufig die Abkürzungen kW und kWh. Beide sehen ähnlich aus, beschreiben aber unterschiedliche Werte. Wer den Unterschied kennt, kann Ladezeiten besser einschätzen, Fahrzeuge sinnvoll vergleichen und Angaben an der Ladesäule leichter verstehen.
Die Abkürzung kW steht für Kilowatt und beschreibt eine Leistung. Beim Laden zeigt der Wert, wie schnell elektrische Energie an das Fahrzeug übertragen wird. Eine Schnellladesäule mit 150 kW kann grundsätzlich mehr Energie pro Zeiteinheit bereitstellen als ein Ladepunkt mit 50 kW. Unter idealen Bedingungen überträgt sie in derselben Zeit theoretisch dreimal so viel Energie.
Die tatsächliche Ladeleistung hängt jedoch auch vom Elektroauto ab. Unterstützt ein Fahrzeug maximal 100 kW, lädt es selbst an einer 300-kW-Ladesäule höchstens mit dieser Leistung. Die höhere Kapazität des Ladepunkts kann das technische Limit des Fahrzeugs nicht umgehen.
Beim AC-Laden mit Wechselstrom spielt zusätzlich der Onboard-Charger eine Rolle. Viele E-Autos laden an einer Wallbox oder öffentlichen AC-Ladesäule mit bis zu 11 kW. Beim DC-Schnellladen fließt der Gleichstrom direkt in die Batterie, wodurch deutlich höhere Leistungen möglich sind.
Kilowattstunden, kurz kWh, geben eine Energiemenge an. Bei Elektroautos beschreibt die Einheit unter anderem die Akkukapazität. Eine Batterie mit 80 kWh kann mehr Energie speichern als ein Akku mit 50 kWh.
Auch der Verbrauch eines Elektroautos wird in kWh angegeben. Benötigt ein Fahrzeug beispielsweise 18 kWh pro 100 Kilometer, verbraucht es unter den jeweiligen Bedingungen ungefähr diese Energiemenge für die Strecke.
Wie weit Sie mit einer Akkuladung kommen, hängt nicht allein von der Batteriekapazität ab. Geschwindigkeit, Außentemperatur, Fahrweise, Heizung, Klimaanlage und Streckenprofil beeinflussen die tatsächliche Reichweite.
kW und kWh beantworten zwei verschiedene Fragen. Die Angabe in kW zeigt, mit welcher Leistung das Elektroauto gerade lädt. Der Wert in kWh informiert darüber, wie viel Energie insgesamt in die Batterie geflossen ist.
Lädt ein Fahrzeug beispielsweise 15 Minuten lang mit durchschnittlich 100 kW, nimmt es theoretisch etwa 25 kWh Energie auf. Für die Berechnung werden die 15 Minuten zunächst in Stunden umgerechnet. Da 15 Minuten einem Viertel einer Stunde entsprechen, wird die Ladeleistung von 100 kW mit 0,25 Stunden multipliziert: 100 kW × 0,25 h = 25 kWh. Die kW-Zahl beschreibt dabei das Ladetempo. Die kWh-Zahl zeigt das Ergebnis nach einer bestimmten Zeit.
Im Alltag erkennen Sie den Unterschied auch an der Anzeige der Ladesäule. Die aktuelle Ladeleistung erscheint meist in kW. Die geladene Strommenge und die Abrechnung werden dagegen üblicherweise in kWh dargestellt.
Die ungefähre Ladezeit lässt sich berechnen, indem Sie die benötigte Energiemenge durch die durchschnittliche Ladeleistung teilen. Dabei ist die durchschnittliche Leistung aussagekräftiger als der maximale Spitzenwert.
Soll ein Akku mit 60 kWh von 20 auf 80 % geladen werden, müssen 60 % der gesamten Akkukapazität nachgeladen werden. Die Rechnung lautet: 60 kWh × 0,60 = 36 kWh. Anschließend werden die benötigten 36 kWh durch die durchschnittliche Ladeleistung von 120 kW geteilt: 36 kWh ÷ 120 kW = 0,3 Stunden. Multipliziert mit 60 ergibt das eine rechnerische Ladezeit von 18 Minuten. In der Praxis können Ladeverluste und Leistungsschwankungen die Dauer etwas verlängern.
Ein größerer Akku bedeutet deshalb nicht automatisch längere Ladepausen. Entscheidend ist, wie viel Energie benötigt wird und wie konstant das Fahrzeug eine hohe Ladeleistung aufnehmen kann.
Die Ladegeschwindigkeit bleibt selten konstant. Bei niedrigem Ladestand kann die Batterie meist besonders viel Leistung aufnehmen. Mit steigendem State of Charge, kurz SoC, reduziert das Batteriemanagement die Leistung. Deshalb laden viele Elektroautos zwischen etwa 20 und 80 % besonders schnell.
Neben dem Ladestand beeinflusst auch die Temperatur des Akkus die Ladeleistung. Ist die Batterie zu kalt oder zu warm, drosselt das Fahrzeug den Ladevorgang. Einige Modelle können den Akku vor dem Schnellladen vorkonditionieren und dadurch auf eine günstigere Temperatur bringen.
Sind die Voraussetzungen im Fahrzeug erfüllt, kommt es zusätzlich auf die verfügbare Leistung am Ladepunkt an. JOLT bringt batteriegepufferte Schnellladestationen in urbane Gebiete und ermöglicht dort hohe Ladeleistungen. So können Sie kurze Stopps nutzen, um gezielt neue Reichweite nachzuladen.
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