Wie zuverlässig sind öffentliche Ladesäulen? Uptime, Fernwartung und Störungen erklärt
Wie zuverlässig sind öffentliche Ladesäulen eigentlich wirklich? Dieser Ratgeber zeigt dir, wie es um die Verfügbarkeit von Ladesäulen in Deutschland steht, warum Uptime-Werte oft wenig vergleichbar sind, wie Betreiber per Fernwartung eingreifen und was du tun kannst, wenn eine Ladesäule außer Betrieb ist.
Verfügbarkeit von Ladesäulen: Wie zuverlässig funktioniert das Netz heute?
Am Ausbau mangelt es kaum noch. Nach Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gab es im Januar 2026 rund 200.830 öffentliche Ladepunkte in Deutschland, ein Plus von mehr als 22 % gegenüber dem Vorjahr. Fast jeder fünfte davon lädt mit mindestens 150 kW. Gleichzeitig waren die Ladepunkte 2025 im Schnitt nur zu 12 % gleichzeitig belegt.
Laut ADAC beziffern Brancheninsider die Erfolgsrate beim DC-Laden auf rund 90 %. Bei nur etwa jedem zehnten Ladevorgang hakt es also. Ein Teil davon geht auf technische Ursachen an der Ladesäule zurück, ein ähnlich großer Teil auf Bedienungsfehler, häufig rund um Authentifizierung und Bezahlung. Jedoch lassen sich viele Probleme auch von der Ferne beheben. Dazu später mehr.
Uptime Ladesäulen: Was die Kennzahl misst und was nicht
Uptime, auf Deutsch technische Verfügbarkeit, beschreibt den Zeitraum, in dem ein Ladepunkt grundsätzlich betriebsbereit ist. Das klingt eindeutig, ist es aber nicht. Wie Lorenz Schagemann von Mer Germany in einem Gastbeitrag für firmenauto erläutert, berechnen Betreiber die Kennzahl unterschiedlich:
- OCPP-Zustände wie „Unavailable" fließen je nach Betreiber unterschiedlich in die Rechnung ein.
- Manche messen auf Ebene einzelner Ladepunkte, andere auf Ebene ganzer Standorte.
- Auch die betrachteten Zeiträume, Leistungsstufen und Segmente variieren.
In Sachen Uptime Ladesäulen verschiedener Betreiber fair zu vergleichen, ist deshalb schwieriger, als es klingt. Hinzu kommt: Ein Ladepunkt kann formal als verfügbar gelten und der Ladevorgang trotzdem scheitern, etwa wenn Verbindung oder Autorisierung streiken.
Störungen: die häufigsten Ursachen
Zeigt die Ladesäule eine Störung an, steckt selten nur ein einzelnes Bauteil dahinter. Ein erfolgreicher Ladevorgang entsteht aus dem Zusammenspiel von Hardware, Connectivity, Backend-System, Autorisierung und Betriebsprozessen. Typische Auslöser sind:
- Verschleiß am Stecker: Ein Schnellladestecker wird über die Jahre tausendfach gesteckt, führt hohe Ströme und ist Nässe, Frost und Hitze ausgesetzt. Irgendwann muss er getauscht werden.
- Kommunikation zwischen Auto und Säule: Beim DC-Laden fließen laut ADAC Ströme, die 20- bis 30-mal stärker sind als im Haushalt. Auto und Ladesäule handeln deshalb vorab Verriegelung, Spannung und Stromstärke aus. Passt etwas nicht, bricht der Ladevorgang ab.
- Authentifizierung und Bezahlung: Wird die Ladekarte nicht erkannt oder schlägt die Kartenzahlung fehl, fließt kein Strom. Welche Bezahlwege es gibt, erklärt unser Ratgeber Wie bezahle ich an der Ladesäule?
- Mobilfunk und Backend: Bricht die Verbindung zum Betreibersystem ab, lässt sich der Ladevorgang oft nicht freischalten.
- Netzanschluss: Auch die Stromversorgung zählt zu den Faktoren, die Betreiber nicht vollständig selbst in der Hand haben.
Fernwartung Ladesäule: So beheben Betreiber Fehler aus der Ferne
Jetzt die gute Nachricht: Viele Störungen lassen sich lösen, ohne dass jemand mit dem Werkzeugkoffer anrücken muss. Möglich macht das vor allem das Open Charge Point Protocol (OCPP). Der offene Standard der Open Charge Alliance regelt, wie eine Ladestation mit dem Managementsystem des Betreibers kommuniziert. Über OCPP kann ein Betreiber unter anderem:
- Per Heartbeat-Signal regelmäßig prüfen, ob die Station online ist
- Fehlerzustände über standardisierte Fehlercodes erkennen
- Die Station oder einzelne Ladepunkte aus der Ferne neu starten
- Firmware-Updates einspielen
- Diagnoseprotokolle abrufen
- Einen Ladepunkt gezielt als nicht verfügbar markieren
Die Fernwartung Ladesäule für Ladesäule spart Zeit und Kosten: Wer Probleme aus der Ferne diagnostiziert und Resets remote auslöst, vermeidet viele unnötige Technikereinsätze.Allerdings hat auch die beste Fernwartung Grenzen. Einen beschädigten Stecker erkennt der Betreiber laut ADAC nicht aus der Ferne, sondern meist erst, wenn sich Ladefehler häufen.
Hier bist du gefragt: Deine Meldung an die Hotline hilft dem Betreiber und allen, die nach dir laden wollen!
Warum deine App den Status kennt: die AFIR
Seit dem 14. April 2025 verpflichtet Artikel 20 der EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte, statische und dynamische Daten kosten- und diskriminierungsfrei bereitzustellen. In Deutschland laufen diese Daten über die Mobilithek des Bundesministeriums für Verkehr. Zu den dynamischen Daten zählen unter anderem der Betriebszustand, also betriebsbereit oder außer Betrieb, die Verfügbarkeit und der Ad-hoc-Preis. Dynamische Daten müssen innerhalb einer Minute aktualisiert werden. Seit dem 14. April 2026 ist dafür das standardisierte Format DATEX II Pflicht.
Davon profitieren alle Lade-Apps und Navigationsdienste, die dir den Status eines Ladepunkts anzeigen.
Ladesäule außer Betrieb: Was du vor Ort tun kannst
Meldet die Ladesäule Störung oder startet der Ladevorgang nicht, musst du nicht gleich weiterfahren. Wir empfehlen eine Reihe einfacher Handgriffe:
- Status vorab checken: Prüfe in der App, ob der Ladepunkt als frei und betriebsbereit gemeldet ist.
- Stecker ansehen: Wirkt der Stecker beschädigt, wähle einen anderen Ladepunkt und melde den Zustand der Hotline.
- Richtiges Lesegerät nutzen: Viele Schnelllader haben zwei Kartenleser, einen für die Ladekarte (RFID) und einen für Bank- oder Kreditkarten.
- Fahrbereitschaft ausschalten: Bei manchen Herstellern startet das Laden erst, wenn das Auto ausgeschaltet ist.
- Stecker entlasten: Halte den Stecker fest, bis die Verriegelung hörbar einrastet. Das dauert meist weniger als zehn Sekunden.
- Zügig autorisieren: Säule und Auto brechen den Verbindungsaufbau in der Regel nach etwa 60 Sekunden ab.
- Neu starten: Trenne Auto und Säule, warte 15 bis 30 Sekunden und versuche es erneut. Ohne echten Hardware-Defekt klappt es meist beim zweiten Versuch. Danach hilft ein Wechsel des Ladepunkts.
- Störung melden: Notiere die ID des Ladepunkts und informiere die Hotline des Betreibers. Sie hilft auch, wenn sich das Kabel nicht entriegeln lässt.
Ein Sicherheitshinweis zum Schluss: Der ADAC warnt vor gefälschten QR-Code-Aufklebern an Ladesäulen, über die Betrüger sensible Daten abgreifen wollen (Quishing). Nutze immer die offizielle App oder das Kartenterminal. Wird der Akku knapp, helfen dir unsere Tipps zum Notladen unterwegs.
So denkt JOLT Zuverlässigkeit
JOLT bringt ultraschnelles Laden dorthin, wo du ohnehin unterwegs bist: mitten in die Stadt. Unsere Ladestationen mit integriertem Batteriespeicher liefern bis zu 320 kW Ladeleistung, genug für rund 200 km Reichweite in etwa 10 Minuten. Der Speicher ermöglicht ultraschnelles Laden ohne teuren Netzausbau. Und unsere Stationen sind 24/7 für dich da.
Transparenz gehört zu unseren Grundwerten. JOLT-CEO Jörg Lohr spricht sich deshalb für klare und einheitliche Qualitätskriterien wie die Uptime aus, etwa damit private Betreiber bei der Vergabe öffentlicher Flächen die gleichen Chancen erhalten wie kommunale Versorger.
Hakt es doch einmal, findest du an jedem JOLT-Ladegerät die Telefonnummer unseres Kundendienstes, der nach Unternehmensangaben rund um die Uhr erreichbar ist. Freie Ladepunkte zeigt dir die JOLT-App in Echtzeit an.
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Häufige Fragen zur Zuverlässigkeit von Ladesäulen
Verfügbarkeit Ladesäulen: Gibt es in Deutschland genug Ladepunkte?
Laut BDEW gab es im Januar 2026 rund 200.830 öffentliche Ladepunkte, die 2025 im Schnitt nur zu 12 % gleichzeitig belegt waren. An der Zahl mangelt es also selten. Entscheidend ist, ob der Ladepunkt funktioniert, wenn du ankommst.
Was bedeutet Uptime bei Ladesäulen?
Uptime beschreibt den Anteil der Zeit, in dem ein Ladepunkt technisch betriebsbereit ist. Aussagekräftiger für dich ist die Charging Success Rate, also der Anteil erfolgreicher Ladevorgänge.
Was tun, wenn die Ladesäule außer Betrieb ist?
Starte den Ladevorgang nach 15 bis 30 Sekunden neu, wechsle bei Bedarf den Ladepunkt und melde die Störung mit der Ladepunkt-ID an die Hotline des Betreibers.
Wie funktioniert die Fernwartung einer Ladesäule?
Über das Kommunikationsprotokoll OCPP überwacht der Betreiber seine Stationen, startet sie bei Bedarf neu, spielt Updates ein und ruft Diagnosedaten ab. Mechanische Schäden wie ein defekter Stecker lassen sich so allerdings nicht beheben.
Quellen
- firmenauto: „Ladeinfrastruktur zählt nur, wenn sie lädt", Gastbeitrag von Lorenz Schagemann (Mer Germany), 17.06.2026, mit Daten der Uscale Public Charging Study 2025: https://www.firmenauto.de/branche/ladeinfrastruktur-verfuegbarkeit-ladeerfolg-mer-gastbeitrag-elektromobilitaet/
- ecomento: „BDEW: Öffentliche Ladesäulen 2025 im Schnitt nur zu 12 Prozent gleichzeitig belegt", 15.04.2026: https://ecomento.de/2026/04/15/bdew-oeffentliche-ladesaeulen-2025-im-schnitt-nur-zu-12-prozent-gleichzeitig-belegt/
- ADAC Nordrhein-Westfalen: Pressemitteilung zum ADAC-Test der Ladeinfrastruktur an Autobahnen, November 2025: https://presse.adac.de/regionalclubs/nordrhein-westfalen/adac-test-grosse-maengel-bei-ladeinfrastruktur-entlang-von-autobahnen-nrw-rastanlagen-fallen-durch.html
- electrive.net: „ADAC bewertet Autobahn-Ladeinfrastruktur als mangelhaft", 05.11.2025: https://www.electrive.net/2025/11/05/adac-bewertet-autobahn-ladeinfrastruktur-als-mangelhaft/
- ADAC: „Das E-Auto lädt nicht? Woran Ladeprobleme liegen können", 07.04.2026: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/elektroauto-laedt-nicht-tipps/
- Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur: Deutschlandnetz: https://nationale-leitstelle.de/bestand-ausbau/deutschlandnetz/
- Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur: AFIR: https://nationale-leitstelle.de/bestand-ausbau/afir/
- MENNEKES: AFIR, alle Anforderungen für Ladeinfrastruktur im Überblick: https://www.mennekes.de/emobility/wissen/ratgeber-emobility/afir/
- TCI Rechtsanwälte: Neue Vorgaben für E-Ladesäulenbetreiber gemäß Art. 20 AFIR: https://www.tcilaw.de/e-mobility-ab-dem-14-april-2025-neue-vorgaben-fuer-e-ladesaeulenbetreiber-gemaess-art-20-abs-2-und-3-der-verordnung-eu-2023-1804-afir/
- AmpUp: „What is OCPP? Complete Guide to Open Charge Point Protocol": https://www.ampup.io/blog/what-is-ocpp-complete-standards-guide
- flevo: „OCPP einfach erklärt": https://flevo-mobility.de/flevoinsights/ocpp
- it-daily: „E-Auto-Fahrer verzweifeln an Ladesäulen", mit Hinweisen des ADAC Hessen-Thüringen: https://www.it-daily.net/?p=151021
- elektroauto-news.net: „Jolt setzt neu an: Fokus auf Städte statt Autobahnen", auf Basis des electrive-Interviews mit Jörg Lohr vom 04.02.2026: https://www.elektroauto-news.net/news/jolt-setzt-neu-an-fokus-auf-staedte-statt-autobahnen
- elektroquatsch.de: „Jolt Energy Strategie: urbanes HPC": https://www.elektroquatsch.de/artikel/jolt-energy-strategie-urban-hpc-joerg-lohr
- Sprit+: „Ladesäulen: JOLT Energy liefert Antworten auf die wichtigsten Fragen": https://www.sprit-plus.de/nachrichten/alternative-kraftstoffe/ladesaeulen-jolt-energy-liefert-antworten-auf-die-wichtigsten-fragen-3324608
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