E-Auto im Stau: So viel Akku kosten Klimaanlage und Stop-and-go
Sommerhitze, stockender Verkehr und eine langsam sinkende Akkuanzeige: Wer mit dem E-Auto im Stau steht, fragt sich schnell, wie lange die Energie noch reicht. Besonders auf der Autobahn wirkt jede weitere Minute belastend. Die gute Nachricht: Ein Elektroauto im Stau verbraucht meist deutlich weniger Strom, als viele vermuten. Entscheidend sind vor allem Klimatisierung, Außentemperatur, Akkustand und Fahrweise.
Wie hoch ist der Stromverbrauch beim Elektroauto im Stau?
Im Stillstand benötigt der Antrieb praktisch keine Energie. Strom fließt vor allem in die Klimaanlage, Heizung, Beleuchtung und Bordelektronik. Der Stromverbrauch hängt deshalb weniger von der Wartezeit allein als von den eingeschalteten Nebenverbrauchern ab. In einem ADAC-Test benötigte ein Tesla Model Y bei 35 °C Außentemperatur und auf 20 °C eingestellter Klimaanlage etwa 1,3 bis 1,5 kWh pro Stunde. Das entsprach rund 2 % Akkukapazität beziehungsweise ungefähr acht Kilometern Reichweite pro Stunde. Die tatsächlichen Werte variieren je nach Fahrzeug, Temperatur und gewünschtem Innenraumklima.
Wie viel Akku kostet die Klimaanlage?
Die Klimaanlage bezieht ihre Energie direkt aus der Hochvoltbatterie. Trotzdem wird ein E-Auto im Stau nicht automatisch schnell leer. Selbst bei mehrstündigem Stillstand bleibt der Verbrauch vergleichsweise moderat, sofern der Akku zu Beginn ausreichend geladen ist. Türen und Fenster sollten möglichst geschlossen bleiben, damit die gekühlte Luft nicht entweicht. Eine etwas höhere Temperatureinstellung, der Eco-Modus oder eine „Driver only“-Funktion können den Energiebedarf zusätzlich reduzieren.
Was bedeutet Stop-and-go für Verbrauch und Reichweite?
Der E-Auto-Verbrauch bei Stop-and-go ist nicht zwangsläufig höher als bei schneller Fahrt. Bei niedrigem Tempo fällt der Luftwiderstand geringer aus. Zudem gewinnt die Rekuperation beim Verzögern einen Teil der Bewegungsenergie zurück. Häufiges, kräftiges Beschleunigen kostet jedoch Strom. Fahren Sie daher vorausschauend, lassen Sie das Fahrzeug rollen und halten Sie genügend Abstand. So vermeiden Sie unnötige Brems- und Beschleunigungsvorgänge und schonen die Reichweite.
Sollten Sie das E-Auto im Stau ausschalten?
Das E-Auto im Stau auszuschalten ist normalerweise nicht nötig. Bleibt das Fahrzeug fahrbereit, funktionieren Klimatisierung, Assistenzsysteme und Beleuchtung weiterhin zuverlässig. Sinnvoller ist es, unnötige Verbraucher zu reduzieren. Im Winter benötigt die Heizung meist mehr Energie als die Kühlung im Sommer. ADAC-Tests bei starkem Frost zeigten dennoch, dass Elektroautos mit ausreichend geladenem Akku viele Stunden beheizt im Stau stehen können. Wichtig bleibt ein angemessener Energiepuffer vor längeren Fahrten.
Was tun, wenn der Akku auf der Autobahn knapp wird?
Zeigt das Fahrzeug nur noch wenig Restreichweite an, wechseln Sie in den Eco-Modus, reduzieren Sie die Innenraumtemperierung und steuern Sie frühzeitig eine Lademöglichkeit an. Verlassen Sie möglichst die Autobahn oder fahren Sie einen Parkplatz an. Reicht die Energie dafür nicht mehr, stellen Sie das Fahrzeug rechtzeitig auf dem Standstreifen oder in einer Nothaltebucht ab.
Schalten Sie anschließend das Warnblinklicht ein, sichern Sie das Fahrzeug und rufen Sie die Pannenhilfe. Alle Insassen sollten das Auto möglichst auf der Beifahrerseite verlassen und hinter der Leitplanke warten.
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