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Ökostrom Ladesäule: wie grün ist Ihr Ladestrom?

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Ökostrom an der Ladesäule: Wie grün ist Ihr Ladestrom wirklich?

Ein Elektroauto ist nur so sauber wie der Strom, mit dem Sie es laden. Genau deshalb lohnt sich die Frage: Wie viel Ökostrom steckt tatsächlich in Ihrem Ladevorgang? Zwischen dem grünen Versprechen an der Ladesäule und der Realität im Stromnetz liegt oft mehr, als viele Fahrerinnen und Fahrer vermuten. Dieser Beitrag erklärt, wie grüner Ladestrom nachgewiesen wird, woran Sie echte Qualität erkennen und warum Ökostrom an der Ladesäule mehr ist als ein Etikett.

 

Was Ökostrom an der Ladesäule wirklich bedeutet

Zunächst eine wichtige Klarstellung: der Begriff Ökostrom ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Im physikalischen Stromnetz lässt sich grüner Strom ohnehin nicht von konventionellem Strom trennen. Sobald Windkraft, Photovoltaik oder ein Kohlekraftwerk einspeisen, vermischt sich alles zu einem gemeinsamen Strommix. Der Strom, der aus einer Ladesäule fließt, ist also physikalisch immer eine Mischung.

Grüner Ladestrom ist deshalb eine bilanzielle Größe. Ein Anbieter verpflichtet sich, für die gelieferte Strommenge eine entsprechende Menge erneuerbarer Energie nachzuweisen. Wie sauber Ihr Ladestrom ist, hängt somit nicht am Kabel, sondern an der Bilanz dahinter. Zur Einordnung: 2025 stammte mehr als die Hälfte des deutschen Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien. Ein Ökostromtarif geht über diesen Durchschnitt hinaus und weist eine Herkunft zu 100 % aus erneuerbaren Energien aus.

 

Herkunftsnachweise als Beleg für grünen Ladestrom

Das zentrale Instrument für diesen Nachweis ist der Herkunftsnachweis (HKN). Ein Herkunftsnachweis bestätigt, dass eine bestimmte Menge Strom, in der Regel eine Megawattstunde, aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Verwaltet werden diese Nachweise vom Umweltbundesamt im Herkunftsnachweisregister (HKNR). Grundlage ist die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED), umgesetzt unter anderem über das Energiewirtschaftsgesetz.

Seit 2013 gilt eine klare Regel: ein Energieversorger darf Strom nur dann als Ökostrom kennzeichnen, wenn er für die gelieferte Menge Herkunftsnachweise im Register entwertet. So verhindert das System die sogenannte Doppelvermarktung, bei der dieselbe grüne Kilowattstunde mehrfach verkauft würde. Wichtig zu wissen: Herkunftsnachweise sind vom physischen Stromfluss entkoppelt. Sie belegen die Herkunft bilanziell, nicht den konkreten Strom, der zum Zeitpunkt des Ladens durch Ihr Kabel fließt.

Ein Detail am Rande schafft zusätzliches Vertrauen: in Deutschland stellt das Umweltbundesamt keine Herkunftsnachweise für Strom aus, der bereits über das Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert wurde. Damit schließt das Register eine doppelte Anrechnung aus.

 

Warum echter Ökostrom mehr ist als ein Zertifikat

Herkunftsnachweise sind sinnvoll und rechtlich sauber. Trotzdem sagen sie allein wenig darüber aus, ob Ihr Ökostrom die Energiewende voranbringt. Der Grund: Ein großer Teil der in Deutschland genutzten Nachweise wird importiert, vorwiegend aus Norwegen, Island oder Österreich. Rechnerisch lässt sich so selbst konventioneller Strom mit günstig eingekauften Zertifikaten zu einem Ökostromprodukt aufwerten.

Für einen echten Beitrag zählt deshalb ein weiteres Kriterium: die Zusätzlichkeit. Fließt ein Teil des Preises in den Bau neuer Anlagen für erneuerbare Energien, entsteht zusätzlicher grüner Strom. Genau hier trennt sich hochwertiger Ökostrom von reiner Etikettierung. Für Ihren Ladestrom heißt das: nicht jedes grüne Versprechen an der Ladesäule hat dasselbe Gewicht.

 

Woran Sie hochwertigen Ökostrom erkennen

Orientierung bieten unabhängige Gütesiegel. Als besonders streng gelten zwei Label, die auch das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentralen als aussagekräftig einordnen:

  • Grüner Strom Label: das älteste und strengste deutsche Ökostrom-Siegel. Für jede verkaufte Kilowattstunde muss der Ausbau erneuerbarer Energien mit mindestens 0,5 Cent gefördert werden.
  • ok-power: getragen vom Verein EnergieVision unter Beteiligung des Öko-Instituts. Das Siegel verlangt verbindliche Investitionen in Neuanlagen und schließt Anbieter mit Beteiligungen an Atom- und Kohlekraftwerken aus.

Vorsicht ist bei reinen Prüfzeichen geboten, die lediglich die Herkunftsnachweise bestätigen, ohne den Zubau neuer Anlagen zu verlangen. Achten Sie in solchen Fällen auf Zusätze wie Neuanlagenquote oder Förderung erneuerbarer Energien. Ein selbst gestaltetes Logo ohne unabhängige Prüfung ist dagegen kein Qualitätsmerkmal.

 

Granulare Herkunftsnachweise als nächster Schritt

Bisher erfolgt die Bilanzierung von Ökostrom meist auf Jahresbasis. Das bedeutet: Ihr grüner Ladestrom wird über das Jahr verrechnet, nicht zwingend in der Stunde des Ladens tatsächlich erzeugt. Ein zukunftsweisender Ansatz will das ändern. In einem Pilotprojekt haben LichtBlick, Granular Energy und decarbon1ze an ersten Ladesäulen granulare Herkunftsnachweise auf Viertelstundenbasis ausgestellt. Damit lässt sich nachvollziehen, aus welcher Anlage der Ladestrom stammt und ob er zeitgleich zum Ladevorgang erzeugt wurde. Für die Glaubwürdigkeit von Ökostrom an der Ladesäule ist das ein wichtiger Fortschritt, auch wenn verbindliche Standards hier noch entstehen.

Ergänzend können Sie selbst grüner laden, indem Sie Ladezeiten in Phasen mit viel Wind- und Sonnenstrom legen. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Netz, desto sauberer ist die geladene Kilowattstunde real.

 

Das bedeutet grüner Ladestrom für Unternehmen

Für Standortpartner, Flottenbetreiber und Kommunen ist die Herkunft des Ladestroms längst mehr als eine Imagefrage. Sie zahlt direkt auf die CO2-Bilanz und auf ESG-Ziele ein. Wer an seinem Standort nachweislich grünen Ladestrom anbietet, stärkt das eigene Nachhaltigkeitsprofil und wird für umweltbewusste Kundinnen und Kunden attraktiver.

Hier setzt auch das Modell von JOLT an. Die Ladestationen von JOLT verfügen über einen integrierten Batteriespeicher, der ultraschnelles Laden ohne kostspieligen Netzausbau ermöglicht. Als intelligenter Energiespeicher kann das Netzwerk Angebot und Nachfrage von Strom aus erneuerbaren Quellen in Echtzeit ausbalancieren. So unterstützt die Infrastruktur die Integration erneuerbarer Energien im städtischen Raum, mit bis zu 320 kW Ladeleistung, rund 200 km Reichweite in rund 10 Minuten und einer Verfügbarkeit rund um die Uhr.

 

Das Fazit zum grünen Ladestrom

Wie grün Ihr Ladestrom wirklich ist, entscheidet sich nicht an der Ladesäule selbst, sondern am Nachweis dahinter. Herkunftsnachweise schaffen rechtliche Sicherheit, hochwertige Siegel wie das Grüner Strom Label und ok-power sorgen für einen echten Beitrag zur Energiewende. Wer bei Ökostrom an der Ladesäule genauer hinsieht, lädt nicht nur schneller, sondern auch mit gutem Gewissen. Ökostrom an der Ladesäule wird so zum Maßstab für nachhaltige Mobilität.

Entdecken Sie, wie JOLT ultraschnelles Laden und die Integration erneuerbarer Energien in der Stadt zusammenbringt!

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